Blockbau: Schallschutz
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Schallschutz im Blockhaus

Voraus schicken wollen wir den Hinweis das ein konventionell gebautes Blockhaus ohne besondere Maßnahmen alle heute bekannten Vorschriften und Normen für den Bau von Einfamilienhäuser erfüllt. Im Folgenden werden daher nur die Ursachen für die Schallübertragung erläutert und mögliche ergänzende Maßnahmen beschrieben.

Eines der größten Vorurteile gegen Blockhäuser ist das es in einem Blockhaus laut ist. Im Gegensatz zu Beton hat Holz sogar hervorragende schwingungsdämpfende Eigenschaften. Da bei einem Holzhaus auch die Wände mit Holz verkleidet werden ist ein Holzhaus in der Regel sogar ruhiger als ein konventionelles Haus.  Sie erinnern sich bestimmt an die unangenehme Akustik der leeren Räume bei Ihrem letzten Umzug. Genau dieses Gefühl werden Sie in einem Holzhaus nie haben, da Holz die Schallwellen absorbiert und nicht reflektiert.. Mauern reflektieren den Schall in den Raum zurück. Die Lautstärke vermindert sich dann lediglich im Quadrat der Entfernung. In sehr großen Räumen entsteht dadurch dann sogar Hall oder Echo. Natürlich kann man auch beim Blockhaus Fehler machen die dann eine einfache an sich gute Konstruktion unnötig verschlechtern. Um Fehler zu vermeiden ist etwas Theoriekenntnis zwingende Voraussetzung.

Schalltheorie

Schallausbreitung

Man unterscheidet zwei wesentliche Ausbreitungsarten:

bulletKörperschall, bei dem der Schall durch Schwingungen von Körpern weitergeleitet wird. Typisch: Trittschall
bulletLuftschall, hier besteht eine direkte Verbindung zwischen der Schallquelle und dem Hörer. Der Schall wird durch die Luft übertragen.

Schall_Luft_Körper-Schall.jpg (64368 Byte)

Die Luftschallübertragung ist in der Regel wesentlich unangenehmer, da beim Luftschall die hohen Frequenzen besser übertragen werden. Schlechte Luftschalldämmung hat zur Folge das die Gespräche im Nachbarraum immer gut verstanden werden.
Im Blockhaus ist die Luftschalldämmung in der Regel kein großes Problem. Es lediglich sichergestellt sein, zwischen den einzelnen Räumen keine Verbindung besteht. Auch kleinste Ritzen in den Wänden haben unangenehme Folgen. Das ganze Haus also luftdicht aufgebaut werden. Türen sollten eine Dichtleiste haben.

Die Körperschalldämmung hingegen ist wesentlich aufwendiger. Gute Trittschalldämmwerte lassen sich bei einer Holzbalkendecke mit sichtbaren Balken nur erreichen wenn die Decke mit aufgeklebten Betonplatten beschwert wird. Auf diesen Platten muss dann der Boden schwimmend (d.h. ohne jede feste Verbindung) verlegt werden.
Holzbalkendecken ohne sichtbare Balken lassen sich wesentlich einfacher isolieren in dem die untere Sichtschalung federnd abgehängt (entkoppelt) eingebaut wird. Da diese Bauform aus äsethischen Gründen in den meisten Fällen nicht in Betracht kommt werden wir dies nicht weiter betrachten.

Schallausbreitung in Wänden und Böden ist leider ein Kombinationsproblem aus Luft- und Körperschall. Von klassischem Trittschall abgesehen entsteht der meiste Schall als Luftschall innerhalb von Räumen oder als Verkehrslärm vor dem Haus. Der Luftschall trifft dann auf Böden und Wände. Dort regt der Schall die Wände oder Böden zu Schwingungen an. Diese Schwingungen werden dann durch die Struktur des Gebäudes weitergeleitet und treten in anderen Räumen als Luftschall wieder aus der Struktur aus.

Schall_Ausbreitung.jpg (26512 Byte)

Die Tabelle Luftschalldämmung zweischaliger Trennwände zeigt deutlich das diese Wände in praktisch jeder Ausführung gute Schalldämmwerte haben. Für Böden gilt das in der Regel auch. Die Schallübertragung zwischen zwei Räumen erfolgt daher in den meisten Fällen durch den Fußboden oder Deckenaufbau, da die tragende Konstruktion ja das gemeinsame Bindeglied für alle Räume des Hauses darstellt. Häufig wird das Problem noch erheblich verstärkt durch die Anordnung von Trennwänden zwischen durchlaufenden Decken und Bodenverkleidungen.    

Maßeinheiten des Schallschutzes

Die Luftschalldämmung wird mit dem Maß R'w in db bewertet und stellt die Differenz zwischen ankommendem und abgestrahltem Lärm da. Beispiel: Straßenlärm 70 db (normale Hauptstraße), Lärm innerhalb des Hauses 25 db. Die Reduktion entspricht also 45 db, d.h. die Außenwand hat ein R'w =45 db.

Das Maß für die Kennzeichnung des Trittschallschutzes ist der sogenannte bewertete Trittschallpegel L'n,w. Der L'n,w stellt im Gegensatz zum Schalldämmass R'w einen Schallpegel dar, das heißt: je kleiner s ist desto besser ist die Dämmung.

Vergleichstabelle Kennzeichnender Geräusche und Grenzwerte

Nachfolgende Tabelle soll Ihnen ermöglichen Geräuschen die Sie au eigener Erfahrung kennen den Grenzwerten und dem Maß für den Schallpegel zu zu ordnen.

dB(A) Geräusche und Lärmquellen
0-6 Hörschwelle, Beginn der Hörempfindung
10 Atemgeräusch in 3 cm Entfernung, leises Flüstern
20 Uhrenticken, ganz leises Wohngeräusch, ruhiger Garten
30 sehr ruhige Straße, übliche Wohngeräusche
35 obere zulässige Grenze der Nachtgeräusche in Wohnvierteln
40 leises (Unterhaltungs-) Sprechen, ruhige Straße, mittlere Wohngeräusche
45 obere zulässige Grenze der Tagesgeräusche in Wohnvierteln
50 übliche Unterhaltungsgespräche, laufender Wasserhahn, ruhiges Restaurant, gemäßigte Radiomusik, Bürogeräusche
55 mittlerer Straßenlärm
60 lärmarme Schreibmaschine, lautes Sprechen, Staubsaugerlärm, Lärm in Geschäftsstraßen, Kraftwagen in 10 m Entfernung
65 Beginn der Schädigung des vegetativen Nervensystems
70 laute Straße, Straßenbahnlärm, sehr lautes Sprechen, einzelne Schreibmaschine, Telefonklingeln in 1 m Abstand
80 sehr laute Radiomusik, starker Verkehrslärm, Kinderlärm, Schreibmaschinenlärm
85 Beginn der Gehörschäden: Kreissäge, Preßluftbohrer, Lärm eines ungedämpften Maschinensaales,
90 Motorradlärm
100-110 100-110 Dickenhobelmaschine, Lärmbetriebe, Motorenprüfstand
120 Schmerzschwelle: Niethammerwerkstätte, Motorflugzeug in 3 m Entfernung
130 Luftschutzsirene in 2 m Entfernung
140 Düsenjäger im Stand in 15 m Entfernung

Schallschutz als Planungsaufgabe im Blockhaus

Guter Schallschutz ist aller erster Linie eine architektonische Planungsleistung. Wasserrohre in der Wand hinter dem Wohnzimmersofa, Kinderzimmer direkt neben dem Wohnzimmer, Heizungsraum mit Anschluss an den Hausflur. All diese architektonischen Fehlleistungen erfordern dann massive Verbesserungen beim Schallschutz die der Bauherr bezahlen muss.

Eine geschickte Aufteilung des Hauses in zeitabhängig laute und leise Zonen ermöglicht so vielleicht schon im Vorfeld die Lösung aller Probleme.

Wichtig für jede weitere Betrachtung ist die Unterscheidung der Schallausbreitung innerhalb eines Hauses.

bulletLuftschallübertragung, hierbei werden die Geräusche direkt vom Ort der Entstehung durch die Luft zum Empfänger übertragen (typisch: Gespräche)
bulletKörperschallübertragung, hierbei wird der Schall von Wänden oder Böden durchs Haus geleitet. (typisch: Trittschall)

Während die Luftschallübertragung in der Regel relativ einfach zu verhindern ist, stellt die Körperschallübertragung in der Regel ein großes Problem dar.

Maßnahmen gegen Luftschallübertragung im Blockhaus

Luftschallübertragung kann verhindert werden in dem in erster Linie alle Wände, Decken, Böden luftdicht aneinander angeschlossen werden. Um nun zu verhindern das der Luftschall an den Wänden reflektiert und in den Raum zurückgeworfen wird, werden die üblichen Hausmittel wie Teppichboden, Vorhänge ... angewendet. Da die Wände eines Blockhauses aus Holz bestehen, treten die unerwünschten Effekte der Schallrefflektion wesentlich schwächer auf. Holz absorbiert ("schluckt") den Schall. In einem leeren Blockhaus wird es daher auch nie die aus leeren Steinhäusern bekannten Halleffekte geben. Luftschallübertragung stellt daher normalerweise beim Blockhaus kein nennenswertes Problem dar und bedarf abgesehen von dem sowie so üblichen luftdichten Wandanschluss keiner besonderen Maßnahmen. Bei Ständerbauweisen wird durch die dicken Blockpaneelen in der Regel bereits ein ausreichender Schutz gegeben. 

Maßnahmen gegen Körperschallübertragung im Blockhaus

Körperschall tritt dann auf wenn Wände, Böden oder Decken in Schwingungen versetzt werden. Eine Holzdecke oder Wand wird in der Regel als Balkenkonstruktion mit relativ viel Hohlraum hergestellt. Diese Wände oder Decken haben daher im Vergleich zu Mauerwerk oder Beton ein sehr geringes Gewicht. Dadurch lassen sich diese Konstruktionen wesentlich leichter zu Schwingungen anregen. Weiter ungünstig ergibt sich eine hervorragende Weiterleitung der Schwingungen in die Nachbarkonstruktionen, da die tragenden Balken normalerweise fest miteinander verbunden werden.
Wirkungsvolle Körperschalldämmung einer Holzkonstruktion ist daher mit erheblichem Aufwand verbunden. Vergleichende Untersuchungen haben letztlich ergeben das nur eine deutliche Erhöhung der Masse der betroffenen Konstruktion den Körperschall wirklich bedämpft.

Man geht daher z.B. im Fußbodenbereich wie folgt vor:

bulletFüllen der Hohlräume mit Betonplatten
bulletausfüllen des Restvolumens mit Dämmstoff
bulletherstellen eines schwimmend gelagerten Bodenbelags

Schall_Trittschallverbesserung_durch_Platten.jpg (159941 Byte)
Quelle: Schall, Wärme, Feuchte von Gösele/Schüle/Künzel

Da diese Konstruktionen wesentlich schwerer sind als normale Holzkonstruktionen ergeben sich daraus erhebliche Konsequenzen für die Statik des Blockhauses. Das Blockhaus wird so auch teuerer.
Wird bei der Ausführung der Arbeiten nur ein kleiner Fehler gemacht (z.B. ein Nagel verbindet schwimmenden Bodenbelag mit der Decke) so kann der beabsichtigte schalldämmende Effekt für die gesamte Deckenzone zerstört werden.
In wie weit der einzelne Bauherr überhaupt bereit ist derartige blockbaufremde Materialen in Wänden oder Decken zu akzeptieren muss zusätzlich geprüft werden. 

Unten stehende Tabellen geben zusätzlich Anhaltspunkte wie sich verschiedene Deckenkonstruktionen und Bodenbeläge auf die Schallausbreitung auswirken.

Da Holzblockhäuser im Normalfall als Einfamilienhäuser gebaut werden treten Lärmprobleme wie man Sie aus Mehrfamilienhäusern her kennt in der Regel ja nicht auf. 

Varianten der Erdgeschossdecke und Ihre schalltechnische Wirkung

Tabelle: Deckenaufbau der

Deckenaufbau

L'n,w

16 mm Spanplatte auf Holzbalken
Schall_Decke1.jpg (17243 Byte)
82 db
16 mm Spanplatte auf Balken, unten Rigipsplatte auf Konterlattung
Schall_Decke2.jpg (29190 Byte)
69 db
alte Holzbalkendecke mit Füllung, unten Putz auf Lattung
Schall_Decke3.jpg (33008 Byte)
66-71 db
Spanplatte auf Balken, unten Rigips oder Spanplatte
Schall_Decke4.jpg (34336 Byte)
62-65 db
Spanplatte auf den
Schall_Decke5.jpg (30827 Byte)
71 db

 

Tabelle: Luftschalldämmung zweischaliger Trennwände

Schalenmaterial

Schalenverbindung

Schalenbeschwerung

Wand- dicke [mm]

flächen- bezogene Masse [kg/m 21

bewertetes Schall- dämm- maß R'w [dB]

12,5 mm Gipskartonplatten

getrennte Schalen

keine Beschwerung

125

25

52

2. Lage Gipskartonplatten

155

52

55

gemeinsame Ständer aus Stahlblech- C-Profilen

keine Beschwerung

75

24

45

100

24

47

2. Lage Gipskartonplatten

100

49

51

125

50

52

gemeinsame Holzständer

85

30

37

16 mm Spanplatten

getrennte Schalen

keine Beschwerung

200

25

55

keine Beschwerung

100

25

50

mit Beschwerung

100-150

45-50

51-55

gemeinsamer Ständer oder Rahmen

keine Beschwerung

80-100

25-30

40-45

mit Beschwerung

90-120

35--50

4-3-50

1 mm Stahlblech

getrennte Schalen

mit Beschwerung

80-150

35-40

51-55

gemeinsame Ständer bzw. Verbindungen

keine Beschwerung

60

20-25

39-45

mit Beschwerung

80-100

35-40

47-50

25 mm Holzwolle- Leichtbauplatten, außenseitig verputzt

keine Verbindung, Holzpfosten gegen- einander versetzt

keine Beschwerung

160

70

55

50 mm Holzwolle - Leichtbauplatten, in Mörtel versetzt, verputzt

freitragende Schalen, ohne Verbindung miteinander (zwischen den Schalen Mineralwolle oder Wellpappe im ca. 10 mm breiten Hohlraum)

keine Beschwerung

140

85

55

Quelle: Schall, Wärme, Feuchte von Gösele/Schüle/Künzel

Tabelle Trittschallverbesserung

1. Gehbeläge

Linoleum 2,5 mm

7 dB

Linoleum auf Filzpappe (800 g/m2)

14 dB

Linoleum auf 2 mm Kork

15 dB

Linoleum auf 5 mm porösen Holzfaserplatten (380 kg/m3)

16 dB

Korklinoleum 3,5 mm

15 dB

Korklinoleum 7 mm

18 dB

Korkparkett 6 mm

15 dB

PVC-Beläge 1,5 bis 2 mm dick

5 dB

PVC-Belag mit 2 mm Kork

14 dB

PVC-Beläge mit 3 mm Filzunterschicht, je nach Ausführung

15-19 dB

Gummibelag 2,5 mm

10 dB

Gummibelag 5 mm, davon 4 mm Porengummi-Unterschicht

24 dB

Kokosfaser-Läufer

17-22 dB

Teppichböden, je nach Ausführung

24-30 dB

Nadelfilz-Beläge

17-22 dB

2. Holzfußböden

Riemenböden auf Lagerhölzern

direkt auf der Decke verlegt

16 dB

auf Schlackenschüttung (6 cm)

21 dB

auf 1 cm dicken Dämmstreifen aus Mineralwolle

24 dB

Parkettbeläge auf folgenden Unterschichten

2 cm Kork

6 dB

0,7 cm Bitumenfilz

15 dB

1 cm porösen Holzfaserplatten

16 dB

2 cm Torfplatten

16 dB

2,5 cm Holzwolle-Leichtbauplatten

17 dB

2,5 cm Holzwolle-Leichtbauplatten, darunter 1 cm Kokosfasermatten

27 dB

1 cm porösen Holzfaserplatten, darunter 0,5 cm Mineralfaserplatten

28 dB

3. Schwimmende Estriche

Zementestriche, Anhydritestriche u. ä. auf folgenden Dämmschichten:

poröse Holzfaserplatten,

Normalausführung, 12 mm, 250 kg/m 3

15 dB

extraporöse Platten, 22 mm, 160 k g/M3

26 dB

Holzwolle-Leichtbauplatten 25 mm

16 dB

Polystyrol- Schaumstoffplatten

normalsteif, 30 mm

22 dB

elastifiziert, 30 mm

33 dB

Kokosfaserplatten 20 mm

30 dB

Mineralfaserplatten

15 mm

31 dB

20 mm

33 dB

Asphaltestriche auf folgenden Dämmschichten

poröse Holzfaserplatten

normalsteif, 20 mm

20 dB

extraporös

26 dB

poröse Holzfaserplatten auf Mineralfaserplatten

28 dB

spezielle Mineralfaserplatten für Gussasphaltestriche, 32 mm

28 dB

 

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