
Wienhold Blockhaus Info: weiße Wanne
Jetzt wird's teuer. Ihr Keller steht im Grundwasser oder wird zeitweise im
Grundwasser stehen. Es werden jetzt spezielle Maßnahmen notwendig um Ihren Keller an
diese zusätzliche Anforderung anzupassen. Diese Maßnahmen werden üblicherweise unter
dem Begriff "weiße Wanne" zusammengefasst.
Welche Probleme entstehen durch das Grundwasser?
An erster Stelle ist hier das Eindringen von Wasser in den Kellerraum
zu nennen. Die einschlägigen Normen schreiben daher bestimmte minimale Wandstärken und
Betonqualitäten vor um das Wasser außen zu halten. Ein kleine Restfeuchtigkeit wird
immer durch den Beton nach innen gelangen können (Dampfdiffusion). Um diese Feuchtigkeit
zu bekämpfen der Kellerboden von innen mit einer wasserdicht verlegten Folie
verkleidet werden. Zusätzlich werden an den Außenwänden Bitumendickschichten notwendig.
Selbstverständlich ist auf einen besondere dichte Ausführung aller Wanddurchbrüche z.B.
für Rohre und Kabel zu achten.
An zweiter Stelle muss das Problem der schlechteren Wärmeisolierung
genannt werden, da heute viele Kellerräume als Wohnraum geplant werden. Das den Keller
umgebende Wasser führt zu einer wesentlich erhöhten Wärmeabfuhr an die Umgebung und
erzwingt daher zusätzliche Isolierungsmaßnahmen.
An dritter Stelle kommen die zusätzlich erforderlichen statischen
Maßnahmen. Da das den kellerumschließende Wasser Auftrieb erzeugt wird der
gesamte Keller mit erheblichen Druckkräften von unten belastet. Um diesen Kräften stand
halten zu können muß in der Regel eine wesentlich massivere Ausführung
insbesondere des Kellerbodens gewählt werden. Zusätzlich ergeben
sich durch die seitlichen Druckkräfte auf die Wände auch Modifikationen für die Kellerdecke.
An vierter Stelle kommen dann die während der Bauzeit ggf.
erforderlichen Maßnahmen zur Wasserhaltung die je
nach Wasserstand und Zulaufmenge erhebliche Kosten verursachen kann.
An fünfter Stelle kommen dann die Probleme bei der Ableitung von Schmutz
und Regenwasser in die Kanalisation. Da die Rohre in der Straße in der Regel
nicht im Grundwasser verlegt werden ergibt sich regelmäßig das Problem, das der tiefste
Punkt des hausinternen Systems tiefer als die Leitungen in der Straße liegt. Es kann
daher notwendig werden eine Abwasserhebeanlage ein zu bauen. Zusätzlich ist darauf zu
achten das die Leitungen ins Haus mit einer funktionsfähigen Rücklaufsperre versehen
werden die im Fall von Hochwasser das Schlimmste
verhindern helfen soll.
Insgesamt belaufen sich die durch die spezielle Bauweise erzwungen Mehrkosten
schnell auf 25-30% der gesamten Kellerkosten. Prüfen Sie daher vor Baubeginn genau welche
Maßnahmen zur Abwehr von Wasserschäden in Ihrem Fall sinnvoll sind.
Tip für Hochwasser gefährdete Zonen:
Achten Sie auch darauf das die Verteiler für Strom und Telefon nicht unter der zu
erwartenden Hochwassermarke eingebaut werden. Stellen Sie sicher das die Anschlüsse für
Pumpen und Hebeanlagen so ausgeführt sind das auch bei Hochwasser der Strom nicht
abgeschaltet werden muß. Zur besseren Abreinigung nach der Überschwemmung sind
Bodenabläufe sehr sinnvoll.
